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Arbeitslosigkeit macht krank

© Robert Kneschke – Fotolia.com

(o-ton) Arbeitslose sind häufiger krank und sterben früher. Je länger die Arbeitslosigkeit andauert, desto stärker wird diese zum Gesundheitsrisiko. Auch die wirtschaftliche Situation hat Einfluss auf die Gesundheit der Arbeitslosen: Läuft es hier gut, nimmt die physische und psychische Belastung bei den dennoch Arbeitslosen weiter zu.

Arbeitslosigkeit hat einen enormen Einfluss auf die Gesundheit und das psychische Wohlbefinden. Das geht aus einer aktuellen Studie des Robert-Koch-Instituts (RKI) zum Zusammenhang von Arbeitslosigkeit, prekärer Beschäftigung und Gesundheit hervor. Die Studie ist im Rahmen der Gesundheitsberichterstattung des Bundes erschienen und basiert auf Daten aus der repräsentativen Studie Gesundheit in Deutschland aktuell (GEDA), für die über 22.000 Personen befragt wurden. Hier die wichtigsten Ergebnisse:

Arbeitslose sterben früher

Personen, die schon einmal arbeitslos waren, haben ein erhöhtes Sterblichkeitsrisiko. Das RKI begründet dies mit geringen sozialen Ressourcen, psychosozialem Stress sowie der daraus resultierenden Entwicklung von Angststörungen und depressiven Erkrankungen. Die Differenz der Lebenserwartung zwischen den Regionen in Deutschland mit der höchsten beziehungsweise niedrigsten Arbeitslosenquote liegt bei Frauen bei 0,6 Jahren und bei Männern bei 2,4 Jahren.

Langzeitarbeitslose sind stärker betroffen

Die gesundheitlichen Belastungen verstärken sich mit zunehmender Dauer der Arbeitslosigkeit. Die Zeiten mit Beeinträchtigungen der körperlichen Gesundheit, des seelischen Befindens und bei der Ausübung der Alltagsaktivität nehmen sukzessive zu. Die Tage mit körperlichen Beschwerden liegen bei langzeitarbeitslosen Frauen um 105 Prozent höher als bei sicher beschäftigten Erwerbstätigen gleichen Alters. Bei langzeitarbeitslosen Männer liegt der Anteil der Tage sogar um 145 Prozent höher als bei sicher Beschäftigten gleichen Alters.

Arbeitslose achten weniger auf ihre Gesundheit

Arbeitslose und von Arbeitslosigkeit bedrohte Männer und Frauen verhalten sich gesundheitsriskanter und achten weniger auf ihre Gesundheit als Erwerbstätige mit sicheren Beschäftigungsverhältnissen. Jedoch gehen 15 Prozent der Frauen und 19 Prozent der Männer laut GEDA-Studie davon aus, dass sich Ihr Gesundheitszustand in Folge der Arbeitslosigkeit verschlechtert hat.

Gesundheitliche Probleme aufgrund von Arbeitslosigkeit sind nicht nur Folge, sondern häufig auch Ursache der Arbeitslosigkeit. Menschen mit Gesundheitsproblemen werden häufiger arbeitslos und finden dann auch schlechter wieder eine neue Anstellung.

Arbeitslose sind häufiger krank

Neben der Gesundheitsberichterstattung des Bundes liefern die Daten des BKK Gesundheitsreports 2011 weitere Erkenntnisse zum Zusammenhang von Arbeitslosigkeit und Gesundheit. Aus den Auswertungen der Versicherungsdaten von über fünf Millionen Versicherten wird ersichtlich, dass Arbeitslose (ohne ALG II-Empfänger) im Jahr 2010 an durchschnittlich 27,2 Tage arbeitsunfähig waren. Die gesamten Pflichtmitglieder waren im Vergleich nur an 15,3 Tagen und beschäftigte Pflichtmitglieder nur an 14,8 Tagen arbeitsunfähig.

Zum Weiterlesen:

Gesundheitsberichterstattung des Bundes zum Thema Arbeitslosigkeit und prekäre Beschäftigung

Gesundheitsreport der BKK mit dem Schwerpunktthema Zukunft der Arbeit

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