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Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen: Jobcenter fördern sehr unterschiedlich

(o-ton) In Wuppertal nahm im April 2014 fast jeder vierte Hartz IV-Empfänger an einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme teil, im Rhein-Erft-Kreis dagegen nur jeder Fünfundzwanzigste. Das zeigen die Aktivierungsquoten der Bundesagentur für Arbeit. Die einzelnen Jobcenter fördern offensichtlich höchst unterschiedlich.

Grundsätzlich kommt jeder Hartz IV-Empfänger im erwerbsfähigen Alter für die Förderung mit einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme infrage. Doch wer tatsächlich gefördert wird, darüber entscheiden die Mitarbeiter in den Jobcentern. Und das offenbar sehr unterschiedlich, wie der Blick auf die Aktivierungsquoten am Beispiel Nordrhein-Westfalen zeigt.

Denn während im April 2014 NRW-weit etwa jeder dreizehnte (rund acht Prozent) erwerbsfähige Leistungsberechtigte (Hartz IV-Empfänger) an einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme teilnahm, schwanken die Quoten zwischen den einzelnen Jobcentern erheblich. Sie reichen von vier Prozent im Rhein-Erft-Kreis, wo lediglich jeder Fünfundzwanzigste eine Förderung erhielt, bis zu 23 Prozent in Wuppertal. Dort nahm im April 2014 fast jeder Vierte an einer Maßnahme teil.

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Statistik-Service West, Aktivierungsquoten AQ2a (SGB II) insgesamt und von über 50-Jährigen (Anteile in Prozent), Nordrhein-Westfalen, Auswertung für O-Ton Arbeitsmarkt.

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Statistik-Service West, Aktivierungsquoten AQ2a (SGB II) insgesamt und von über 50-Jährigen (Anteile in Prozent), Nordrhein-Westfalen, Auswertung für O-Ton Arbeitsmarkt.

Über die Gründe lässt sich nur mutmaßen. Tatsächlich steigen in zahlreichen Jobcentern die Verwaltungskosten. Daher schichten sie immer mehr Gelder aus dem Förder- in das Verwaltungsbudget um (O-Ton berichtete), die dann für die Finanzierung der Maßnahmen fehlen. BA-Chef Frank-Jürgen Weise rechtfertigte dies zuletzt unter anderem damit, dass man bewusst mehr in Personal als in Maßnahmen investiere, denn mehr Beratung und Betreuung seien effizienter.

Denkbar ist auch, dass Maßnahmen und potentielle Förderkandidaten in manchen Regionen schlichtweg nicht zusammenpassen und eine Förderung aus diesem Grunde ausbleibt. Aber gleich welche Erklärung zutrifft, Fakt ist: Nicht überall haben Menschen im Hartz IV-System die gleichen Förderchancen.

Zum Weiterlesen:

Bundesagentur für Arbeit, Statistik-Service West, Aktivierungsquoten AQ2a (SGB II) insgesamt und von über 50-Jährigen (Anteile in Prozent) – Nordrhein-Westfalen