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Rund drei Viertel aller Leiharbeiter arbeiten für einen Niedriglohn

(o-ton) 2010 arbeiteten knapp 74 Prozent aller Leiharbeiter für einen Lohn unterhalb der Niedriglohnschwelle von 9,15 Euro pro Stunde. Bei Jugendlichen zwischen 15 und 24 Jahren sind es sogar rund 86 Prozent. Den größten Zuwachs gab es bei den über 50-jährigen Leiharbeitern. Hier stieg der Anteil derer mit Niedriglohn seit 2008 um rund zweieinhalb Prozentpunkte, wie aus der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Linken hervorgeht.

In der Leiharbeitsbranche dominieren Löhne unterhalb der Niedriglohnschwelle. Fast drei Viertel aller Leiharbeiter erhielten 2010 Stundenlöhne unter 9,15 Euro die Stunde. Gegenüber 2008 entspricht das einem leichten Zuwachs von 0,2 Prozentpunkten.

Besonders betroffen sind Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren. Rund 86 Prozent der Leiharbeiter in dieser Altersgruppe arbeiten für einen Niedriglohn, die Entwicklung ist allerdings leicht rückläufig.
Bei den älteren Leiharbeitern über 50 Jahren geht der Trend in die entgegengesetzte Richtung. Der Anteil der Niedriglohnarbeiter in dieser Altersgruppe ist seit 2008 um 2,4 Prozentpunkte angewachsen.

Quelle: Deutscher Bundestag (2012), Antwort auf die Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke u.a., Drucksache 17/10432, S. 7, Darstellung O-Ton Arbeitsmarkt

Quelle: Deutscher Bundestag (2012), Antwort auf die Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke u.a., Drucksache 17/10432, S. 7, Darstellung O-Ton Arbeitsmarkt

Über sieben Prozent der Leiharbeiter stocken auf

Im Juni 2011 bezogen 7,3 Prozent aller Leiharbeiter Hartz IV-Leistungen zusätzlich zu ihrem Lohn. Bei ihnen war das Einkommen nicht ausreichend, um den eigenen Lebensunterhalt beziehungsweise den der Bedarfsgemeinschaft abzudecken.
Besonders bei den Leiharbeitern über 50 Jahren stieg der Anteil der Aufstocker seit 2007 deutlich. Hier gab es einen Zuwachs um fünf Prozentpunkte auf rund 15 Prozent.

Die Bundesregierung erklärt den hohen Anteil der Niedriglohnarbeiter in der Leiharbeitsbranche mit der Art der Tätigkeiten in diesem Bereich. Leiharbeiter würden in der Hauptsache für Helfertätigkeiten eingesetzt. Der klassische Leiharbeiter sei daher geringqualifiziert und verfüge über nur wenig Berufserfahrung.

Quelle: Deutscher Bundestag (2012), Antwort auf die Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke u.a., Drucksache 17/10432, S. 8, Darstellung O-Ton Arbeitsmarkt

Quelle: Deutscher Bundestag (2012), Antwort auf die Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke u.a., Drucksache 17/10432, S. 8, Darstellung O-Ton Arbeitsmarkt

Zum Weiterlesen:

Regulierungsbedarf in der Leiharbeit, Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Linken