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„fairhaus“: Inklusion am Arbeitsmarkt mit Teilhabe verbinden

amnews-2-300x190Menschen mit geringem Einkommen und Menschen mit Schwerbehinderungen haben oft nur unzureichenden Zugang zu materieller und sozialer Teilhabe. Das Konzept „fairhaus“ nimmt beide Gruppen ins Visier und will Beschäftigungsperspektiven für schwerbehinderte Menschen mit einem Einkaufsangebot für finanziell benachteiligte Personen kombinieren. Der neunte Standort eröffnete am 22. März in Neuss.

Gerade Schwerbehinderte profitieren seltener vom Aufschwung am Arbeitsmarkt, wie die Analyse „Situation schwerbehinderter Menschen“ der Bundesagentur für Arbeit (BA) verrät. So gelingt Schwerbehinderten seltener der Übertritt in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und sie werden häufiger langzeitarbeitslos.

Hier will das Konzept „fairhaus“ ansetzen und Menschen mit Schwerbehinderungen nachhaltige Beschäftigungsperspektiven eröffnen: „Es ist für die Mitarbeitenden selbstverständlich, dass Menschen mit und ohne Behinderung auf Augenhöhe miteinander im Team arbeiten. 19 schwerbehinderte Menschen konnten so dauerhaft in eine unbefristete sozialversicherungspflichtige Beschäftigung eingestellt werden.“, so Britta Zweigner, Geschäftsführerin der renatec GmbH. Als Erfolg sieht Zweigner, dass die Personalfluktuation bislang sehr gering sei und der Betrieb auch Auszubildende mit Schwerbehinderung beschäftigt.

Am 22. März 2018 wurde das neunte „fairhaus“ in Neuss eröffnet. Auf 300 Quadratmetern sollen Bedürftige und Menschen mit geringem Einkommen Bekleidung für Damen, Herren und Kinder, Hausratsartikel, Möbel, saisonale Ware und Spielzeug erwerben können. Als Inklusionsbetrieb sollen hier zudem Arbeitsplätze für Menschen mit einer Schwerbehinderung entstehen. Betreiber des „fairhaus“ in Düsseldorf und Neuss ist die Renatec GmbH. Acht weitere Standorte gab es zuvor schon in Düsseldorf.

Die Betreiber wollen, wie bei ähnlichen Einrichtungen und Sozialkaufhäusern, aber auch ein Einkaufsangebot für finanziell benachteiligte Personen bereiten. Britta Zweigner ist dabei besonders wichtig, dass die real existierende finanzielle Benachteiligung möglichst wenig spürbar wird: „Unsere Kunden sollen sich beim Einkaufen nicht arm oder hilfebedürftig fühlen, sondern in einem zeitgemäßen und modischen Geschäft und Sortiment mit preislich sehr attraktiven Angeboten shoppen können.“ Das Sortiment des „fairhaus“ besteht dabei aus drei Säulen: Privatspenden, Firmenspenden und Zukaufware, die für den Verkauf im „fairhaus“ durch das Unternehmen erworben wurde.

 

 

Zum Weiterlesen:

http://www.fairhaus-duesseldorf.de/