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Jeder fünfte Erwerbslose länger als vier Jahre auf Arbeitssuche

© ArTo - Fotolia.com

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(o-ton) Jeder fünfte Erwerbslose in Deutschland war 2013 bereits vier Jahre oder länger auf Arbeitssuche. Das Risiko einer sehr langen Dauer der Arbeitssuche nimmt mit dem Alter zu. Bei den über 55-Jährigen bemühten sich bereits 34 Prozent der Erwerbslosen seit mehr als vier Jahren um eine Beschäftigung. Das zeigen Daten aus dem Mikrozensus des Statistischen Bundesamtes.

Im Jahr 2013 waren 20 Prozent der Erwerbslosen in Deutschland bereits vier Jahre oder länger auf der Suche nach Arbeit. Das geht aus einer Auswertung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) auf Basis des Mikrozensus hervor.

Zunehmendes Alter erhöht das Risiko einer sehr langen Arbeitssuche

Mit zunehmendem Alter steigt zudem das Risiko der sehr lange andauernden Arbeitssuche. Bemühten sich in der Altersgruppe der 15- bis 25-Jährigen lediglich drei Prozent der Erwerbslosen schon länger als vier Jahre um Arbeit, lag der Anteil bei den 35- bis 45-Jährigen bereits bei 20 Prozent. Bei den über 55-jährigen Erwerbslosen waren 34 Prozent seit mehr als vier Jahren auf Arbeitssuche.

Quelle: Statistisches Bundesamt (2014), Mikrozensus 2013, Bevölkerung und Erwerbstätigkeit, Stand und Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Deutschland, Fachserie 1, Reihe 4.1.1, S. 92.

Quelle: Statistisches Bundesamt (2014), Mikrozensus 2013, Bevölkerung und Erwerbstätigkeit, Stand und Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Deutschland, Fachserie 1, Reihe 4.1.1, S. 92.

Umgekehrt suchten 74 Prozent der 15- bis 25-Jährigen Erwerblosen seit weniger als einem Jahr nach Arbeit. Bei den 35- bis 45-Jährigen waren es noch 52 Prozent, bei den über 55-Jährigen lediglich 33 Prozent.

Im Vergleich mit 2011 haben sich die Chancen am Arbeitsmarkt für Erwerbslose allerdings leicht verbessert. Über alle Altersgruppen hinweg waren 2011 noch 23 Prozent der Erwerbslosen bereits mehr als vier Jahre auf Jobsuche, drei Prozentpunkte mehr als 2013. Bei den über 55-Jährigen waren es 36 Prozent, zwei Prozentpunkte mehr als 2013 (O-Ton berichtete).

Der Mikrozensus ist eine repräsentative Haushaltsbefragung des Statistischen Bundesamtes. Erwerbslose im Mikrozensus sind nicht zu verwechseln mit Arbeitslosen nach Definition der Bundesagentur für Arbeit (BA). Das Statistische Bundesamt zählt Personen bereits dann nicht mehr als Erwerbslose, wenn sie lediglich eine Stunde pro Woche einer bezahlten Beschäftigung nachgehen. Für die BA hingegen sind Personen, die weniger als 15 Stunden wöchentlich arbeiten, weiterhin arbeitslos, wenn sie auf der Suche nach einer Beschäftigung mit höherem Stundenumfang sind. Die Arbeitslosenzahl der BA fällt dementsprechend regelmäßig deutlich höher aus, als die Erwerbslosenzahl des Statistischen Bundesamtes. 2013 waren rund 2,2 Millionen Menschen erwerbslos im Sinne der Definition des Statistischen Bundesamtes.

Zum Weiterlesen:

Statistisches Bundesamt (2014), Mikrozensus 2013, Bevölkerung und Erwerbstätigkeit, Stand und Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Deutschland, Fachserie 1, Reihe 4.1.1, S. 92

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