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Nur 44 Prozent der erwerbsfähigen Hartz IV-Empfänger sind offiziell arbeitslos

(o-ton) In Deutschland gab es im April 2012 über viereinhalb Millionen erwerbsfähige Hartz IV-Empfänger, darunter gelten weniger als die Hälfte (44 Prozent) offiziell als arbeitslos. Der überwiegende Teil von 56 Prozent wird in der Statistik aus unterschiedlichen Gründen nicht als Arbeitslose geführt, wie der aktuelle Monatsbericht der Bundesagentur für Arbeit zeigt.

In Deutschland lebten im April dieses Jahres mehr als 6,2 Millionen Menschen von Hartz IV. Über viereinhalb Millionen dieser Menschen sind im erwerbsfähigen Alter zwischen 15 und 65 und könnten grundsätzlich einer Arbeit von mehr als drei Stunden täglich nachgehen (die nicht erwerbsfähigen sind in der Hauptsache Kinder). Aber nur 44 Prozent dieser Personen gelten offiziell als Arbeitslose. Und der Rest?

Rund 645.000 oder etwa ein Viertel der nicht arbeitslosen erwerbsfähigen Hartz IV-Bezieher (14,3 Prozent) war im April mindestens 15 Stunden pro Woche erwerbstätig. Diese Personen stocken entweder ihr niedriges Einkommen mit Leistungen aus der Grundsicherung auf oder verdienen zu ihren Hartz IV-Leistungen hinzu.

Mit insgesamt rund 627.000 Personen war einem weiteren Viertel Arbeit nicht zumutbar. Sie betreuten Kinder, pflegten Angehörige (etwa 300.000) oder befanden sich in Ausbildung (Schule oder Studium, 327.000).

Über 434.000 oder rund ein Sechstel der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten nahm an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teil.

Weitere rund 244.000 Personen oder zehn Prozent der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten galt nicht als arbeitslos, weil sie am Stichtag der Erfassung arbeitsunfähig erkrankt waren.

Circa 238.000 oder neun Prozent waren im Vorruhestand.

Quelle: Bundesagentur für Arbeit (August 2012), Der Arbeits- und Ausbildungsmarkt in Deutschland (Monatsbericht), S. 23, Darstellung O-Ton Arbeitsmarkt

Quelle: Bundesagentur für Arbeit (August 2012), Der Arbeits- und Ausbildungsmarkt in Deutschland (Monatsbericht), S. 23, Darstellung O-Ton Arbeitsmarkt

Zum Weiterlesen:

Bundesagentur für Arbeit, Der Arbeits- und Ausbildungsmarkt in Deutschland, August 2012

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