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Ungelernte Arbeitskräfte: Jeder Fünfte ist arbeitslos

20 Prozent der Personen ohne Berufsabschluss waren 2016 arbeitslos. Die Arbeitslosenquote von Ungelernten lag demnach deutlich über der allgemeinen Arbeitslosenquote von 6,1 Prozent und sogar rund fünf Mal so hoch wie bei Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung. Dies geht aus einer Berechnung der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervor.

Menschen ohne Ausbildung sind häufiger arbeitslos, so eine Berechnung der Bundesagentur für Arbeit (BA). Während die Arbeitslosenquote bei Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung 2016 durchschnittlich bei 3,8 Prozent lag, betrug die Quote für Ungelernte 20 Prozent und war damit rund fünfmal so hoch. Die allgemeine Arbeitslosenquote in 2016 belief sich durchschnittlich auf 6,1 Prozent.

Hohe Qualifikation bedeutet niedrige Arbeitslosenquote

Qualifikation schützt demnach vor Arbeitslosigkeit. Je höher die Qualifikation einer Gruppe ist, umso niedriger ist auch ihre Arbeitslosenquote. Am niedrigsten war die Arbeitslosenquote in der Gruppe der Akademiker: Von ihnen waren 2016 durchschnittlich gerade einmal 2,6 Prozent arbeitslos. Die Arbeitslosenquote für Menschen mit betrieblicher bzw. schulischer Ausbildung ist zwar mit 4,2 Prozent noch unterdurchschnittlich, liegt damit aber deutlich über der Arbeitslosenquote der Akademiker.

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Darstellung O-Ton Arbeitsmarkt.

2016: Fast jeder zweite Arbeitslose ohne abgeschlossene Berufsausbildung

Der Zusammenhang zwischen Qualifikation und Arbeitslosigkeit zeigt sich auch in der Struktur der Arbeitslosen: 2016 hatten 1,3 Millionen Arbeitslose, also fast jeder Zweite, keine abgeschlossene Berufsausbildung. Arbeitslose Hartz-IV-Empfänger sind dabei deutlich schlechter qualifiziert als arbeitslose Empfänger von Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung. 57 Prozent der knapp 1,87 Millionen arbeitslosen Hartz-IV-Empfänger waren ungelernt. Bei den arbeitslosen Empfängern von Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung waren es „nur“ 23,2 Prozent.

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Darstellung O-Ton Arbeitsmarkt.

Qualifikationsspezifische Arbeitslosenquoten mit eingeschränkter Aussagekraft

Im Juni 2017 hat die Bundesagentur für Arbeit (BA) qualifikationsspezifische Arbeitslosenquoten in ihren Katalog statistischer Veröffentlichungen aufgenommen. Für das Jahr 2016 wurden diese Quoten jeweils im Jahresdurchschnitt errechnet. Für die qualifikationsspezifischen Arbeitslosenquoten werden Arbeitslose in Bezug zu allen Erwerbspersonen (Arbeitslose und Erwerbstätigen) gesetzt. Erschwerend für die Berechnung ist, dass nicht für alle Erwerbstätigen das Qualifikationsniveau vorliegt und auch nicht von der BA selbst ermittelt wird. Die BA greift hierzu auf Statistiken und Schätzungen der beiden Vorjahre, hier 2015 und 2014, zurück. Somit sind die qualifikationsspezifischen Arbeitslosenquoten in ihrer Aussagekraft eingeschränkt. Dennoch erlauben sie einen Überblick über die Arbeitslosigkeit in Personengruppen mit verschiedenen Qualifikationsniveaus.

 

 

Zum Weiterlesen:

Bundesagentur für Arbeit, Qualifikationsspezifische Arbeitslosenquoten (Jahreszahlen), Dezember 2016.

Bundesagentur für Arbeit, Arbeitslose nach Rechtskreisen (Jahresheft), Deutschland, Dezember 2016.

O-Ton Arbeitsmarkt, Mismatch am Arbeitsmarkt: Zu wenig Helferjobs, 05.07.2017.

 

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