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Armutsrisiko Kinder: Kinderreiche Familien haben größtes Hartz-IV-Risiko

Rund 2 Millionen Kinder unter 18 Jahren in Deutschland leben in Hartz-IV-Haushalten. Für Kinder alleinerziehender Elternteile ist das Risiko auf Hilfebedürftigkeit besonders hoch. Mehr als jeder dritte Alleinerziehenden-Haushalt ist von Hartz-IV abhängig. Hinzu kommt: Mit der Zahl der Kinder steigt auch das Hartz-IV-Risiko. Das zeigen Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA).   

Im Dezember 2016 (Daten nur mit Wartezeit verfügbar) erhielten rund 14 Prozent der Kinder unter 18 Jahren in Deutschland Hartz-IV-Leistungen. Die Zahl der Kinder, die bei hier berücksichtigt werden beläuft sich nur auf rund 1,8 Millionen. Rund 200.000 Kinder, die zwar in Hartz-IV-Haushalten leben, aber keinen eigenen Leistungsanspruch haben, werden bei der Berechnung der Hilfequote nicht berücksichtigt (O-Ton berichtete). Dabei gab es immense regionale Unterschiede. Während in Berlin und Bremen nahezu jedes dritte Kind Leistungen aus der Grundsicherung erhielt, war es in Bayern nur rund jedes Fünfzehnte. Insgesamt zeigt sich bei der Hilfequote der Kinder, die Hartz-IV-Leistungen nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II) erhalten, ein starkes Ost-West-Gefälle. In Westdeutschland erhält nur jedes achte Kind Leistungen aus der Grundsicherung, in Ostdeutschland fast jedes Fünfte.

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Darstellung O-Ton Arbeitsmarkt.

Je mehr Kinder, umso größer die Bedürftigkeit

Besonders groß ist das Risiko der Hilfebedürftigkeit in Haushalten von Alleinerziehenden. Mehr als jeder dritte Haushalt, in dem Kinder mit nur einem Elternteil zusammenleben, ist abhängig von staatlichen Sozialleistungen. Besonders brisant: Mit jedem im Haushalt lebenden Kind wächst das Risiko der Hilfebedürftigkeit. Alleinerziehende Elternteile, die mit einem Kind zusammenleben, beziehen zu über 30 Prozent Hartz-IV-Leistungen. Mit zwei Kindern steigt das Risiko der Hilfebedürftigkeit auf knapp 43 Prozent. Leben Alleinerziehende mit drei oder mehr Kindern zusammen, liegt der Anteil der Haushalte, die Leistungen aus der Grundsicherung beziehen, bei fast 70 Prozent.

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Darstellung O-Ton Arbeitsmarkt.

Zum Vergleich: Bei Paaren mit Kindern ist das Risiko der Hilfebedürftigkeit deutlich niedriger. Hier sind 7,5 Prozent aller Haushalte betroffen. Aber auch bei Paaren steigt der Anteil derer, die Hartz-IV-Leistungen beziehen, mit der Anzahl der Kinder im Haushalt. Knapp sechs Prozent der Paar-Haushalte mit einem Kind sind hilfebedürftig. Bei zwei Kindern steigt der Anteil auf 6,6 Prozent, während er bei drei Kindern und mehr bereits bei knapp 18 Prozent liegt. Am niedrigsten ist der Anteil der Hartz-IV-Empfänger bei Paaren ohne Kinder. Nur 3,3 Prozent von ihnen beziehen Leistungen aus der Grundsicherung.

 

Zum Weiterlesen:

Bundesagentur für Arbeit, Grundsicherung für Arbeitsuchende, Tabelle 50, April 2017.

Bundesagentur für Arbeit, Kinder in Bedarfsgemeinschaften, Tabelle 4, Dezember 2016.

O-Ton Arbeitsmarkt, Armutsrisiko Kinder: Jedes Sechste Kind in Deutschland lebt von Hartz IV, 08.10.2015.

O-Ton Arbeitsmarkt, Wie viele Kinder leben von Hartz IV – 1,6 oder doch 2 Millionen? 22.05.2017.

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