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OECD: 43 Prozent Langzeitarbeitslose in Deutschland

Mehr als jeder dritte Arbeitslose in Deutschland war 2016 länger als 12 Monate ohne Beschäftigung. Das geht aus aktuellen Zahlen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor. Im Vergleich der Mitgliedstaaten rangiert Deutschland damit weiterhin auf den hinteren Plätzen.

Langzeitarbeitslosigkeit ist eines der größten Probleme des deutschen Arbeitsmarktes. Bei einer vergleichsweise geringen Zahl von Arbeitslosen insgesamt ist der Anteil der Langzeitarbeitslosen unter ihnen sehr hoch. 43,1 Prozent aller Arbeitslosen waren 2016 länger als 12 Monate ohne Arbeit. Das zeigt eine Statistik der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Zwar ist der Anteil der Langzeit- an allen Arbeitslosen gegenüber den Vorjahren ein weiteres Mal leicht gesunken – 2014 waren es noch 44,3 Prozent und 2015 44,0 Prozent – im Vergleich mit den anderen Mitgliedstaaten belegt Deutschland aber weiterhin einen der hinteren Plätze. Der OECD-Durchschnitt von 32,5 Prozent wird um über zehn Prozentpunkte überschritten.

Quelle: OECD (2016), OECD, Incidence of unemployment by duration, Darstellung O-Ton Arbeitsmarkt.

Von der guten Arbeitsmarktsituation in Deutschland profitieren also längst nicht alle. Der hohe Anteil der Langzeitarbeitslosen zeigt: Der Politik gelingt es immer noch kaum, auch Menschen mit schwerwiegenden Problemen bei der Arbeitsplatzsuche in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Die OECD-Daten basieren auf dem Erwerbslosen-Konzept der International Labour Organization (ILO), das deutlich vom Arbeitslosen-Konzept der Bundesagentur für Arbeit (BA) abweicht. Laut ILO-Definition sind Erwerbslose Personen im Alter zwischen 15 und 74 Jahren ohne Erwerbstätigkeit, die sich in den vier Wochen vor der Befragung aktiv um eine Arbeitsstelle bemüht haben und für diese Arbeit binnen zwei Wochen zur Verfügung stehen. Hierbei ist unerheblich, ob sie als Arbeitslose gemeldet sind. Als Erwerbstätigkeit im Sinne der ILO gilt bereits eine bezahlte Arbeit ab einer Wochenstunde (auch Selbstständigkeit und Beschäftigung als mithelfende Familienangehörige).

Zudem unterzeichnet die Statistik der BA das Ausmaß der Langzeitarbeitslosigkeit, indem sie unter anderem langzeitarbeitslose Teilnehmer an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen nicht mehr zu den Langzeitarbeitslosen zählt, obwohl sie tatsächlich durchgängig ohne Arbeit waren (O-Ton berichtete). Der Anteil der Langzeit- an allen Arbeitslosen nach BA-Konzept liegt mit 36,9 Prozent entsprechend deutlich niedriger. Nur mit dem Erwerbslosen-Konzept sind internationale Vergleiche möglich.

 

 

Zum Weiterlesen:

OECD, Incidence of unemployment by duration, abgerufen am 23. Januar 2018.

Bundesagentur für Arbeit, Arbeitslose nach Rechtskreisen (Jahresheft) – Deutschland – Dezember 2016.

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